Sonntag, 20. Mai 2018

Rezension: Michael E. Vieten - Christine Bernard. Die Legende vom bösen Wolf

Guter Krimi

Taschenbuch
Verlag: Acabus Verlag
Seiten: 296
ISBN: 9783862825660
Preis: € 14,00


Zum Inhalt:
 
Canis lupus - der Wolf. Viele Menschen verbinden mit diesem Tier sowohl Faszination als auch Angst. Auch Christine Bernard ist die Szene nicht ganz geheuer, als sie zum Wolfsgehege eines Tierparks gerufen wird. Denn dort wurden Teile einer menschlichen Leiche gefunden. Nur wie kamen sie da rein? Hat der Mensch sogar noch gelebt, als er auf die Wölfe getroffen ist? Und was hat der zweite Leichenfund im Hunsrücker Hochwald damit zu tun? Christine Bernard begibt sich auf Spurensuche...
 
 
Meine Meinung:
 
"Die Legende vom bösen Wolf" ist der vierte Band rund um die Ermittlerin Christine Bernard, der beim Acabus Verlag erschienen ist. Es gibt noch eine Art Vorgeschichte, nämlich die zwei Bände von "Atemlos", in denen man das erste Mal mit Christine Bernard Bekanntschaft macht. Ich kann euch auf jeden Fall vorab schon mal sagen, dass ihr diesen Band unabhängig von den vorhergehenden Büchern lesen könnt. Also, wenn euch die Story anspricht und ihr das Buch lesen wollt, könnt ihr ruhig zugreifen, ohne vorher die anderen Bücher gelesen zu haben.
An der einen oder anderen Stelle wird noch mal an die vorangegangenen Fälle von Christine Bernard erinnert, aber wirklich verraten wird da nichts. Natürlich kommen verschiedenen Personen in dem Buch vor, die wohl auch in den vorhergehenden Bänden "mitspielen", aber auch hier wird keine Vorkenntnis erwartet. Dank der kleinen Beschreibungen, die der Autor im Laufe des Buches einfließen lässt, weiß man schnell wer wer ist und wie der Charakter so tickt. 
 
"Die Legende vom bösen Wolf" ist nicht das erste Buch von Michael E. Vieten, das ich gelesen habe. Deswegen war mir klar, dass mir seine Art zu schreiben sehr gut gefallen wird. Er schafft es auch bei diesem Buch wieder, alles so bildhaft zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, vor dem inneren Augen läuft eine Art Film ab. Was seinen Schreibstil angeht, hat mich der Autor noch nie enttäuscht, deswegen greife ich gerne und mit gutem Gewissen immer wieder zu seinen Büchern.
 
In dem Buch geht es - wie der Titel wohl schon erahnen lässt - auch um das Thema "Wölfe", wie z.B. die Neuansiedlung von Wölfen in unseren Wäldern. Das war jetzt leider nicht so ganz mein Thema. Ich bin jetzt vielleicht nicht der naturverbundenste Mensch und Tiere sind jetzt auch nicht mein Steckenpferd, so dass ich mich für dieses Thema nicht wirklich erwärmen konnte. Vielleicht auch, weil mir entsprechendes Hintergrundwissen gefehlt hat. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
Da hat mir der klassische Teil des Krimis - sprich: die Suche nach dem Mörder - schon besser gefallen. Hier gab es wirklich spannende Szenen und die eine oder andere brenzlige Situation für Christine Bernard. Dieser Teil des Buches hat mir richtig gut gefallen und mich darin bestärkt, auch die anderen Bände endlich mal zu lesen.
 
 
Mein Fazit:
 
Ein guter Krimi mit einem Thema, das nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat. Trotzdem kann ich dieses Buch empfehlen.
 
 
Vielen Dank noch an den Acabus Verlag und an Michael E. Vieten, die mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt haben.
 
 
Meine Bewertung:
(3 1/2 von 5 Sterne)

Dienstag, 15. Mai 2018

[Werbung] Rezension: Cristina Caboni - Der Zauber zwischen den Seiten

Nicht alles konnte mich verzaubern

(Quelle: Randomhouse)

Taschenbuch
Verlag: Blanvalet
Seiten: 400
ISBN: 978-3-7341-0584-5
Preis: € 9,99
 
 
Zum Inhalt:

Ein altes Buch, ein geheimer Brief und die Suche nach weiteren Puzzleteilen - genau das braucht Sophie, um ein wenig Ablenkung von ihrem Leben zu bekommen, denn das verläuft gerade nicht so wie gedacht. Umso mehr vertieft sich Sophie in den Brief von Clarice, die im 19. Jahrhundert gelebt hat, und begibt sich auf eine Reise durch Europa um mehr über diese geheimnisvolle Frau zu erfahren.


Meine Meinung:

Wie so viele andere Bücher, die derzeit erscheinen, ist dieses Buch in zwei Handlungsstränge aufgeteilt. Einer spielt zu unser Zeit. Hier lernen wir auch gleich zu Beginn des Buches Sophie kennen, die mit ihrem Leben mehr als unzufrieden ist - besonders mit ihrer Ehe. In der Kurzbeschreibung wird sie als schüchtern beschrieben, was meiner Meinung nach nicht die richtige Bezeichnung für sie ist. Ihr Problem ist einfach, dass sie in den letzten Jahren nicht sie selbst sein konnte und zurückstecken musste. Da konnte sie einfach die echte Sophie nicht zeigen und musste sie sogar "verstecken". Nachdem sie sich nun von ihren Fesseln befreien konnte, hat sie jetzt meiner Meinung nach einfach Schwierigkeiten sich einfach wieder umzustellen und frei zu leben. Das hat für mich aber nichts mit Schüchternheit zu tun.
Im zweiten Erzählungsstrang lernen wir Anfang des 19. Jahrhunderts Clarice als junges Mädchen kennen, das gerade seinen ganze Familie verloren hat. Sie wächst bei ihrem Onkel und ihrer Tante auf, die aber nicht wirklich die Familie ersetzen können. In Clarices Leben herrscht viel Dunkelheit. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben ist die Buchbinderei im Nachbarhaus, denn Bücher faszinieren Clarice schon von klein an. Im Verlaufe des Buches wächst Clarice zu einer Frau heran und wir begleiten sie dabei.
Beide Geschichten verknüpfen sich dadurch, dass Sophie von einem Buchhändler ein alte Ausgabe eines Buches des Autors Christian Flohr (hier hat sich die Autorin wohl ein wenig vom Lebenslauf des Künstlers Karl Philipp Fohr inspirieren lassen) geschenkt bekommt und sie versucht, dieses zu restaurieren. Bei der Arbeit entdeckt sie plötzlich ein kleines Versteck im Buchdeckel und dort einen Brief von Clarice. Sophie ist davon ganz fasziniert und will mehr über Clarice erfahre.

Beim Lesen des Buches hatte ich manchmal das Gefühl, als wenn zwei verschiedene Autoren die Handlungsstränge geschrieben hätten und am Schluss wurden sie zusammengefügt. Das soll nicht heißen, dass die Geschichte Sinnfehler hat oder beide Handlungsstränge nicht zusammenpassen. Sondern es hat eher etwas damit zu tun, wie die Geschichte und ihre einzelnen Elemente bei mir als Leser ankamen.
Begeistern konnte mich die Autorin mit der Erzählung über Clarices Leben. Für mich hat die Autorin hier auch mit viel mehr Herzblut geschrieben als im Rest des Buches. Ich habe mit dem Charakter Clarice mitgefiebert, mitgefühlt und wollte unbedingt noch mehr über sie und ihr Leben erfahren. Leider steht Clarices Geschichte aber nicht im Mittelpunkt des Buches und findet daher nicht so oft Erwähnung, wie ich mir das gewünscht hätte.
Der Großteil des Buches befasst sich mit Sophie, der Recherche über Clarice und der Suche nach weiteren Büchern. An sich finde ich die Idee auch gar nicht schlecht, aber mich konnte der Charakter Sophie so gar nicht berühren. Ich konnte mit ihr nicht mitfühlen und hatte so gar keine Verbindung zu ihr. Ihre Gedankengänge und ihr Verhalten war für mich jetzt nicht wirklich immer nachvollziehbar.
Auch hat mir kurz vor Ende des Buches die Richtung, in die sich die Story von Sophie entwickelt hat, nicht so ganz gefallen. Es war für mich nicht ganz realistisch und hat sich ein wenig "an den Haaren herbeigezogen" angefühlt.

Wie ihr sehen könnt, bin ich bei diesem Buch schon ein wenig zwiegespalten. Der kleinere Teil hat mir wirklich gut gefallen, aber der Rest konnte mich leider nicht verzaubern.
 
 
Mein Fazit:

Die Idee und Teile der Umsetzung sind der Autorin gelungen. Aber "das große Kino" war es für mich leider nicht. Dazu hat mir an zu vielen Stellen die Begeisterung und das Herzblut der Autorin gefehlt.
 
 
Vielen Dank an den Blanvalet-Verlag, der mir dieses Buch im Rahmen der "Hello Sunshine"-Aktion zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)

Sonntag, 6. Mai 2018

Rezension: Karen Cleveland - Wahrheit gegen Wahrheit

Leider nicht überzeugend

(Quelle: Randomhouse)

broschiert
Verlag: btb Verlag
Seiten: 352
ISBN: 978-3442716746
Preis: € 12,00
 
 
Zum Inhalt:
 
Vivian Miller, verheiratet und vier Kinder, arbeitet für die CIA als Spionageabwehr-Analystin. Nach einem langen, steinigen Weg ist es ihr endlich gelungen, sich in den Computer eines russischen Agentenbetreuers zu hacken. Doch was sie dort findet, ist für sie ein Schock. Und plötzlich ist nicht mehr wie vorher. Woran soll sie noch glauben? Wer ist Freund und wer ist Feind? Und was hat ihr Ehemann Matt damit zu tun?
 

Meine Meinung:
 
Man merkt, dass Karen Cleveland selbst mal als Analystin für die CIA tätig war. Der Arbeitsalltag des Hauptcharakters Vivian Miller wird wirklich gut beschrieben, man erfährt einiges über die Tätigkeit als Spionageabwehr-Analystin. Dies alles und auch das ganze Drumherum, wie z.B. nach russischen Spionen gesucht wird, gibt dem Roman schon mal einen ziemlich guten Rahmen, in dem nur noch die Charaktere und die Handlung mit eingebunden werden müssen. Doch hier fangen leider die Kritikpunkte an.
 
Kommen wir gleich zum für mich größten "Problem" in diesem Buch: den Hauptcharakter selbst. Ich habe nichts dagegen, wenn auch mal eine Frau die Bösewichte zur Strecke bringt. Es müssen nicht immer muskelbepackte Männer a là Jean-Claude Van Damme sein. Gerade in unserer heutigen Zeit ist es auch mal schön, wenn der Held eine Heldin ist. Nur leider passt der Charakter Vivian Miller nicht wirklich in diese Rolle. Hierfür braucht es meiner Meinung nach eine taffe, selbstbewusste Frau, die alles dafür tut, um ihre Familie zu beschützen. So hätte die Autorin Vivian auch gleich zum Beginn des Buches darstellen müssen, und nicht erst im Verlauf der zweiten Hälfte des Buches. Wir lernen zu Beginn eine Vivian kennen, deren größtes Problem ist, wie sie ihre Kinder und ihren Job unter einen Hut bekommt. Sie versucht meiner Meinung nach eine Art Übermutter zu sein, und verzweifelt daran, dass sie ihre Kinder aufgrund ihrer Arbeit nicht den ganzen Tag sieht. Und ein halbes Buch weiter ist sie schon bereit, ein weiblicher Superagent zu sein, der sich mit den Russen anlegen. Eher unwahrscheinlich, wenn ihr mich fragt. Außerdem ist Vivian für mich einfach nicht misstrauisch genug, was ihren Ehemann Matt angeht. Immer wieder schafft er es, Vivian um den Finger zu wickeln, wo ich als Frau einfach nur den Kopf schütteln kann. In meiner Vorstellung sind CIA-Mitarbeiter einfach taffe Menschen, die sich nicht so schnell aus der Bahn werfen lassen. Bei Vivian ist das eben anders. Und gerade weil sie so wankelmütig und in meinen Augen manipulierbar ist, kann man ihr die weitere Entwicklung im Laufe des Buches einfach nicht abnehmen. Natürlich machen Charaktere im Laufe eines Romans immer wieder Wandlungen durch und verändert sich. Aber nicht so. Niemand wird von der Büro-Tante und Mutter zu James Bond. Das will uns die Autorin aber in diesem Buch weiß machen, und dass ist für mich einfach unrealistisch.

Vielleicht wäre es in diesem Buch wirklich besser gewesen, wenn man einfach die Rollen getauscht hätte, d.h. dass der Hauptcharakter männlich ist. Das hätte meiner Meinung nach auch besser zu der Handlung gepasst. Denn die Handlung selbst bzw. das, was in dem Buch passiert, fand ich jetzt gar nicht mal so schlecht, wobei es da auch noch Verbesserungen gibt. Für mich gab es z.B. einfach zu viele Stellen, die ich eher unrealistisch und unglaubwürdig fand, was aber - wie oben beschrieben - zum größten Teil an Vivian selbst lag. Außerdem hatte das Buch teilweise doch seine Längen, besonders im ersten Teil. Im zweiten Teil des Buches nimmt die Geschichte dann an Fahrt auf, was den doch ein wenig eintönigen ersten Teil ein bisschen wett macht.
 
Das Ende war in Ordnung, nur der Epilog hat mich ein wenig gestört. Was will die Autorin uns damit sagen? Geht die Geschichte weiter? Für mich waren die letzten paar Seiten wirklich unnötig, weil ein für mich eigentlich abgeschlossenes Buch wieder neue Fragen aufwirft.
 
 
Mein Fazit:
 
Die Idee für dieses Buch und auch Teile der Umsetzung sind nicht schlecht. Aber trotz der heutigen Emanzipation hätte ich mir für diesen Roman lieber einen männlichen Hauptcharakter gewünscht. Das wäre glaubhafter gewesen.
 
 
Vielen Dank an den btb Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
 
Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)

Dienstag, 1. Mai 2018

Lesestatistik April 2018


Der Wonnemonat Mai hat bereits begonnen und deswegen ist es Zeit für die Lesestatistik des Monats April. Wie bereits erwartet, habe ich im April nicht so viel gelesen wie im März. Das schöne Wetter hat mich doch dazu verleitet, ein wenig Freizeit draußen im Garten zu verbringen. Da muss natürlich auch ein wenig gearbeitet werden, aber es ist auch toll, wenn man sieht, wie alles blüht.
Fünf gelesene Bücher wären auch okay, wenn nicht insgesamt 11 (!) neue Bücher bei mir eingezogen wären! Ja, es ist ein wenig eskaliert. Aber ich habe mich über jedes einzelne Buch gefreut, das bei mir einzogen ist und ich bin schon ganz fleißig dabei, alle Bücher wieder von meinem SuB zu befreien. Das Einzige was mich bei meinem Lesemonat April ein wenig gestört hat, war, dass ich kein Muse hatte, mal zu einem älteren SuB-Bewohner zu greifen. Ich habe wirklich nur Bücher gelesen, die im März oder April bei mir eingezogen sind, obwohl ich mir ja für dieses Jahr vorgenommen habe, auch mal ältere Neuzugänge zu lesen. Aber irgendwie reizen die mich momentan so gar nicht. Vielleicht sollte ich mir da aber nicht so viel Druck machen und es einfach auf mich zukommen lassen in der Hoffnung, dass sich das wieder bessert. Und wenn nicht, lese ich eben die aktuell eingezogenen Bücher - davon habe ich ja momentan genug :-)
 
Kommen wir aber nun zu meinen gelesenen Büchern im April:

1.
After Work von Simona Ahrnstedt (528 S.) [E-Book]
Bewertung: 3 1/2 von 5 Sterne

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Bei diesem Buch war ich ein wenig zwiegespalten. Die Story an sich war eigentlich ganz gut und der Schreibstil der Autorin war okay. Aber mich hat einfach gestört, dass ein wichtiges Thema bei der Präsentation des Buches vom Verlag ein wenig unter den Tisch gekehrt wurde. Mehr dazu erfahrt ihr in meiner Rezension.

2.
Die Herzogin der Bloomsbury Street von Helene Hanff (192 S.)
Bewertung: 4 von 5 Sterne
Im April habe ich endlich die Fortsetzung zu "84, Charing Cross Road" gelesen, was ja zu  meinen absoluten Lieblingsbüchern zählt. Helene Hanff hat es auch mit dem zweiten Teil geschafft, mich wieder zu fesseln. Ich mag einfach ihre Art zu schreiben: unbeschwert, offen und leicht. Sie erzählt einfach frei raus, was sie alles bei ihrem ersten Besuch in London erlebt hat. Einziges Manko: Das Buch hat zu wenig Seiten! Falls ihr euch für "Die Herzogin der Bloomsbury Street" interessiert, kann ich euch nur empfehlen, vorher den Vorgänger-Band zu lesen, weil im zweiten Teil auf den aufgebaut wird.

3.
Der Garten der Düfte von Kristy Manning (480 S.)
Bewertung: 3 von 5 Sterne

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Dieses Buch hat sich interessant angehört, weil es laut der Kurzbeschreibung um Kochen und Kräuter geht, was momentan total mein Interessengebiet ist. Leider wurden meine Erwartungen aber nicht erfüllt. Das Buch konnte mich bei weitem nicht so begeistern wie erhofft.  

4.
Die geliehene Schuld von Claire Winter (576 S.)
Bewertung: 3 1/2 von 5 Sterne

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Dieses Buch hat mich sehr bewegt. Es schildert die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg und vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und wie damals die Kriegsverbrecher verurteilt wurden - oder aber auch nicht. Ein wirklich interessanter Roman, der leider ab und zu ein paar Längen hat.

5.
Signalstörung von Kirsten Fuchs (224 S.)
Bewertung: 3 von 5 Sterne

HIER geht`s zur Rezension
Kirsten Fuchs ist bekannt durch ihre Auftritte auf der Poetry-Slam-Bühne. Dort ist sie unterhaltsam und witzig. Deswegen habe ich mir auch ihr neues Buch zu Gemüte geführt, in der Hoffnung, dass es mich genauso unterhält. Hat es aber leider nicht, zumindest nicht im Ganzen. Die eine oder andere Geschichte war ganz gut, mehr aber leider auch nicht.

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Anzahl Bücher: 5
Gesamtseitenzahl: 2.000
Durchschnitt: gelesene Seiten pro Tag: 67 (Stand: 30.04.2018)

Sonntag, 29. April 2018

Rezension: Kirsten Fuchs - Signalstörung

Mein Lesegeschmack wurde nicht ganz getroffen


gebunden
Verlag: Rowohlt Berlin
Seiten: 224
ISBN: 9783737100441
Preis: € 18,00
 
 
Zum Inhalt:
 
Kirsten Fuchs hat es wieder getan! Ein neues Buch der  Autorin mit vielen neuen Kurzgeschichten ist erschienen, in denen es um das gewöhnliche aber auch ungewöhnliche Leben eines ganz normalen Menschen wie du und ich geht. Jeder erzählt seine Story, vom Besuch im Jobcenter, dem Campingurlaub oder der Begegnung mit einer Obdachlosen. Ganz alltägliche Dinge werden in diesem Buch auf eine nicht alltägliche Art und Weise erzählt.
 
 
Meine Meinung:
 
Auf dieses Buch bin ich dank verschiedener Social-Media-Kanäle aufmerksam geworden. Vorher war mir die Autorin gänzlich unbekannt, aber Dank des Internets war diese Wissenslücke schnell gestopft. Sehr unterhaltsam fand ich ihre Auftritte auf der Poetry-Slam-Bühne. Ihr Witz hat mich angesprochen - genauso wie die Kurzbeschreibung ihres Buches, deswegen habe ich es mir zu Gemüte geführt.
 
Ich muss gleich vorweg sagen, dass meine Erwartungen leider nicht ganz erfüllt wurden. Den Humor, den Kirsten Fuchs auf der Bühne unheimlich gut rüberbringen kann, schafft sie leider in ihrem Buch nur sehr selten. Natürlich kann man einen Auftritt, bei dem man sich berieseln lassen kann, nicht vergleichen mit ein paar bedruckten Seiten, bei denen der Leser auch ein wenig selbst dafür Sorge tragen muss, dass die Story unterhaltsam rüberkommen muss. Man muss die Betonung, die kleinen Pausen und auch ein wenig die Stimmlage der Autorin einfach selbst beim Lesen mit dazugeben, damit die Geschichten wohl den selben Effekt haben, wie die Auftritte von Kirsten Fuchs. Mir selbst ist das leider nicht gelungen - vielleicht auch deswegen, weil ich noch nicht so den Bezug zu der Autorin habe. Wenn man vielleicht schon mehr von ihr gelesen und vielleicht auch schon ein paar Auftritte von ihr gesehen hat, dann kann dieses Buch vielleicht auch ganz anders rüberkommen.
 
Aber auch wenn das Buch mich nicht im Ganzen überzeugt hat, kann ich trotzdem behaupten, dass die eine oder andere Kurzgeschichte mich unterhalten konnte. Der Humor von Kirsten Fuchs ist wirklich etwas speziell, was vielleicht auch dazu geführt hat, dass nicht jede Geschichte meinen Geschmack getroffen hat. Außerdem darf man nicht außer Acht lassen, dass nicht alle Geschichten unbedingt als humoristisch anzusehen sind. Es gibt auch ernste Themen oder Geschichten mit Tiefgang. Und die eine oder andere Geschichte hat mich auch etwas fragend zurück gelassen, weil ich mir nicht ganz sicher bin, was mir die Autorin damit sagen will. Also, wie ihr sehen könnt, ist dieses Buch doch sehr facettenreich.
 
 
Mein Fazit:
 
Kirsten Fuchs ist in meinen Augen eine spezielle Autorin, die vielleicht nicht immer den Geschmack des Lesers trifft. Und gerade deswegen bin ich der Meinung, dass jeder sich selbst ein Bild machen sollte, ob ihm diese Art des Schreibens gefällt oder nicht.
 
 
Noch vielen Dank an den Rowohlt-Verlag, dass er mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
 
Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)

Sonntag, 22. April 2018

Rezension: Claire Winter - Die geliehene Schuld




Ein Roman mit Tiefgang

(Quelle: Diana Verlag)

gebunden
Verlag: Diana Verlag
Seiten: 576
ISBN:
Preis: € 22,00
 
 
Zum Inhalt:
 
Berlin, nach dem zweiten Weltkrieg: Vera und ihr bester Freund Jonathan arbeiten zusammen als Journalisten bei der Berliner Zeitung "Echo". Die beiden haben viel zusammen durchgemacht, besonders am Ende des Krieges. "Ohne Jonathan würde ich nicht mehr leben!" Dieser Satz von Vera zeigt auf, wie sehr die Beiden verbunden sind. Umso schockierter ist Vera, als sie erfahren muss, dass Jonathan bei einem angeblichen Unfall mit Fahrerflucht ums Leben gekommen ist. Aber war es wirklich nur ein Unfall? Und warum hat Jonathan vor seinem Tod Vera noch ein Päckchen zukommen lassen, in dem sämtliche Unterlagen seiner letzten Recherche enthalten sind? Bevor Vera weiß wie ihr geschieht, ist sie in eine brisante Geschichte verwickelt, in der es um Naziverbrecher und deren Verbleib geht. Und plötzlich ist sie vor niemand mehr sicher... 
 
 
Meine Meinung:
 
Gleich vorneweg: Leichte Lektüre sucht man hier vergeblich. Der zweite Weltkrieg und dessen politische Nachwirkungen sind das allumfassende Thema in diesem Buch. Wer damit nicht wirklich etwas anfangen kann, dem kann ich dieses Buch nicht empfehlen. Alle anderen, die an der deutschen Geschichte interessiert sind und dabei auch einen tiefgehenden Roman lesen wollen, sind hier genau richtig.
 
Zu Beginn hatte ich ein wenig Schwierigkeiten den Aufbau des Romans zu verstehen, aber nach ein paar Seiten ging es dann. Die Geschichte wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, überwiegend aus der Sicht von Vera, Jonathan und Marie. Aber auch andere Nebencharaktere kommen zu Wort. Gleichzeitig ist die Geschichte zu Beginn in zwei verschiedene Zeitachsen unterteilt, die im Laufe des Buches sich immer mehr auf einander zu bewegen, bis es im letzten Viertel nur noch eine gibt. So erfährt man ziemlich viel von unterschiedlichen Charakteren zu unterschiedlichen Zeiten.
Man ist eigentlich gleich im Geschehen drin, denn das Buch beginnt mit dem Tod von Jonathan. Durch die Rückblenden erfährt man wer Jonathan war und was er in den letzten Monaten vor seinem Tod bei seiner Arbeit als Journalist erfahren hat bzw. selbst recherchiert hat. Dazwischen werden immer wieder Kapitel aus der Sicht von Vera, Jonathans bester Freundin, erzählt, die versucht herauszufinden, woran Jonathan als letztes gearbeitet hat und was das mit seinem Tod zu tun hat. Als letzte Person lernen wir in den Rückblenden auch Marie kennen, die keine unwesentliche Rolle in diesem Buch hat.
Durch das ständige Wechseln der Charaktere und der Zeitströme muss man natürlich als Leser schon ein wenig wachsam sein und sich auch gewissen Dinge und vor allem Personen merken, damit man nicht ganz den Zusammenhang verliert. Es gibt zwar immer noch am Ende des Buches ein Namensverzeichnis (das ich erst nach dem Beenden des Buches entdeckt habe), aber es ist möglich auch ohne auszukommen. Außerdem muss man beim Lesen immer bedenken, dass das, was wir als Leser von Jonathan bereits erfahren haben, Vera meistens noch nicht weiß. Dieser Aufbau der Geschichte ist meiner Meinung nach eine ziemlich gute Idee, kann aber dazu führen, dass der eine oder andere Leser vielleicht ein wenig durcheinander kommt und dadurch ein wenig das Lesevergnügen getrübt ist. Daher mein Rat: Wenn ihr das Buch lesen wollt, rate ich euch, kein weiteres Buch parallel zu lesen und zu versuchen, das Buch ohne lange Pausen zu lesen, damit man nicht allzu viel vergisst.
 
Mit 576 Seiten handelt es sich hier definitiv nicht um ein schmales Büchlein für unterwegs. Meiner Meinung nach ist die Seitenzahl auch berechtigt, da die Geschichte wirklich sehr umfangreich und mit viel Tiefgang ist. Hier muss ich der Autorin wirklich ein Lob für die gute Recherchearbeit aussprechen. Und natürlich auch dafür, wie sie es geschafft hat, Realität und Fiktion zu diesem guten Roman zu vermischen. Am Ende des Buches geht die Autorin nochmal auf die Punkte ein, die wirklich der Realität entsprechen und es ist erschreckend, auf welchen Wegen Naziverbrecher nach dem zweiten Weltkrieg ungeschoren davon kamen und für wen sie später alles gearbeitet haben. Da verliert man wirklich den Glauben an die Menschheit.
Um ein solches Thema dem Leser umfangreich und natürlich auch richtig darzulegen und gleichzeitig eine Story darum aufzubauen, die den Leser fesseln soll, bedarf es ein paar Seiten, keine Frage. Trotzdem muss ich zugeben, dass es für mich als Leser in der zweiten Hälfte des Buches doch die eine oder andere Stelle gab, die sich ein wenig in die Länge gezogen hat. Man hat schon gemerkt, dass die Autorin dem Leser nichts vorenthalten will und alles genau erzählen möchte, aber dies hat meiner Meinung nach dazu geführt, dass sich die Geschichte an der einen oder anderen Stelle ein wenig gezogen hat. Überwiegend kann ich aber sagen, dass die Geschichte gut erzählt wurde und ich als Leser nicht wirklich wusste, wie dieses Buch endet.
 
 
Mein Fazit:
 
Ein bewegendes und aufwühlendes Buch über die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Es lässt mich als Leser nachdenklich zurück und zeigt, dass wir nicht alles so hinnehmen sollten, wie uns gesagt wird, sondern dass wir auch einiges hinterfragen sollten.
 
Noch ein großes Dankeschön an den Diana-Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat.
 
Meine Bewertung:
(3 1/2 von 5 Sterne)

Sonntag, 15. April 2018

Rezension: Kirsty Manning - Der Garten der Düfte

Leider ist der Funke nicht übergesprungen

(Quelle: Knaur-Verlag)

broschiert
Verlag: Knaur TB
Seiten: 480 S.
ISBN: 978-3-426-52153-3
Preis: € 9,99
 
 
Zum Inhalt:
 
Zwei Frauen in unterschiedlichen Zeiten haben eine gemeinsame Leidenschaft: Das Zaubern von leckeren Speisen und die Begeisterung für die Zutaten. Pip, die im heutigen Tasmanien lebt und versucht, ihr doch nicht immer ganz einfaches Leben in den Griff zu bekommen. Und Artemisia, die im 15. Jahrhundert in Frankreich als Köchin in einem Château gelebt hat. Als Pip in einem alten Topf die Rezepte von Artemisia findet, versucht sie mehr über die Verfasserin herauszufinden. Auf ihrer Reise quer durch Europa erfährt Pip nicht nur etwas über Artemisia, sondern vor allem auch einiges über sich selbst...
 
 
Meine Meinung:
 
Dieses Buch hört sich aufgrund der Kurzbeschreibung nach leichter Sommerlektüre an, die uns zusätzlich noch auf eine kulinarische Reise mitnimmt. Leider musste ich nach dem Lesen der Lektüre feststellen, dass der Inhalt des Buches dieses Bild für mich nicht so wirklich widerspiegelt.
 
Wir lernen zu Beginn des Buches zwei Frauen kennen. Einmal Pip, die im heutigen Tasmanien lebt, und Artemisia, die im 15. Jahrhundert in Frankreich gelebt hat. Beide Frauen führen kein einfaches Leben, wobei Pip die Möglichkeit hat und auch wahrnimmt, aus ihrem Leben auszubrechen, während Artemisia als Angestellte keine Möglichkeit hat, einfach so woanders hinzugehen. Deswegen verharrt sie in ihrer nicht ganz so glücklichen Anstellung.
Man wechselt im Laufe des Buches immer wieder zwischen der einen und der anderen Geschichte. Die Autorin versucht auch die Stories im Verlaufe des Buches immer wieder miteinander zu verweben. Es beginnt alles damit, dass Pip alte Rezepte, die Artemisia zu der damaligen Zeit aufgeschrieben hat, durch Zufall findet. Leider schafft es aber die Autorin nicht dauerhaft den Zusammenhang aufrecht zu erhalten. Pips Geschichte entwickelt sich weiter, ohne dass die Rezepte weiterhin eine Rolle spielen. In der zweiten Hälfte des Buches tauchen sie dann wieder vermehrt auf, so als wäre der Autorin eingefallen, dass man die Geschichten ja irgendwie wieder zusammenführen sollte. Pip reist dann auch zu dem Château, in dem Artemisia gelebt hat, welches auch zufällig entfernter Verwandtschaft von Pip gehört. Hier hätte ich mich mehr darüber gefreut, wenn man nicht so eine leichte Lösung genommen hätte, sondern vielleicht eher die Variante gewählt hätte, dass Pip recherchiert hätte, weil sie einfach unbedingt wissen will, wer hinter den Rezepten steckt. Da fehlt mir im Buch ein wenig die Begeisterung und das Herzblut für das ganze Thema. Zum Ende hin wird es zwar besser, aber ich hätte es mir für das ganze Buch gewünscht.
 
Wie in der Kurzbeschreibung angedeutet, geht es natürlich auch um das Thema Essen und Kochen. Die Hauptcharaktere beschäftigen sich häufig mit Kräutern oder der Zubereitung von Speisen, was von der Autorin auch wirklich ausführlich beschrieben wurde. Nur leider wollte bei mir einfach nicht der Funke überspringen, was meiner Meinung daran lag, dass die Autorin vielleicht zu viel wollte. In dem Buch wird so viel über Kräuter gesprochen, dass man am Besten gleich ein Lexikon neben sich liegen hat, um alles nachzuschlagen. Es wird hier einfach meiner Meinung nach das Thema zu sehr überstrapaziert. Vielleicht wäre hier weniger mehr gewesen. Die Autorin hätte ihr Augenmerk mehr auf das Thema "Zubereitung von Speisen" legen sollen, weil man meiner Meinung nach hier die Leser besser begeistern kann. Hier gibt es Gerüche, Geschmacksrichtungen etc., mit denen der Leser vielleicht mehr angefangen kann, als Beschreibungen zu Kräutern.
 
Gerne hätte ich im Verlauf des Buches mehr Zusammenhänge zwischen den zwei Geschichten gehabt. Am Schluss probiert es die Autorin zwar nochmal mit Hilfe der Rezepte, aber auch das war für mich irgendwie zu wenig.
Der Schreibstil der Autorin konnte mich leider auch nicht so wirklich darüber hinwegtrösten. Irgendwie hat sie es nicht geschafft, mich als Leser dauerhaft von ihrer Geschichte zu begeistern. Teilweise hat das Buch leider ein paar Längen, was meiner Meinung nach daran liegt, dass sich die Geschichte nicht vorwärts bewegt, besonders was Pips Leben angeht. Hier tritt die Autorin mit ihrem Hauptcharakter zu oft auf der Stelle, weil anscheinend keiner so richtig weiß, wie die Reise weitergeht.
 
 
Mein Fazit:
 
Die Idee war gut, aber leider hat es die Autorin nicht geschafft, die Geschichte so zu Papier zu bringen, dass sie mich begeistern konnte. Schade!
 
Noch vielen Dank an den Knaur-Verlag, der mir dieses Buch zum Rezensieren zur Verfügung gestellt hat
 
Meine Bewertung:
(3 von 5 Sterne)