Sonntag, 2. September 2012

Rezension: Christoph Wortberg und Manfred Theisen - Der Geist der Bücher

Kein Buch für Jugendliche


gebunden
Verlag: List Hardcover
Seiten: 304
ISBN: 978-3471789483
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Zum Inhalt: Ben lebt nach dem Tod seiner Eltern in New York bei seiner Tante Lynn. Diese ist eine sehr erfolgreiche Schriftstellerin, die regelrecht in der Welt der Bücher lebt. Dies ist für Ben jedoch alles andere als normal. Für ihn gibt es nur eine Welt - und zwar die, in der er lebt. Und so sehr sich seine Tante Lynn auch bemüht, Ben die Welt der Literatur als eine eigenständige Welt näher zu bringen, Ben will von alledem nichts wissen. Bis zu dem Tag als seine Tante Lynn von Gondar, einem Bösewicht aus der Literatur, entführt wird. Plötzlich muss Ben der Wahrheit ins Auge sehen: Es gibt sie wirklich - die Welt der Literatur. Auf seiner Suche nach seiner Tante landet Ben zunächst in dem Klassiker "Romeo und Julia", wo er sehr schnell auf Mercutio und Julia Capulet trifft. Die Beiden reisen zusammen mit Ben von einem literarischen Klassiker zum nächsten und lernen viele Gestalten der Weltliteratur kennen.

Meine Meinung: Die Idee, die hinter diesem Buch steckt, finde ich wirklich gut. Die Autoren wollen mit diesem Buch den jungen Lesern die alten Klassiker näher bringen und zeigen, dass diese doch nicht so verstaubt sind, wie die meisten Jugendlichen denken. Das war aber leider auch das einzig positive an diesem Buch.

Kommen wir zur Umsetzung: Der Schreibstil der Autoren ist nicht wirklich herausragend. Man merkt, dass das Buch für Jugendliche gedacht ist, da mir in dem Schreibstil einfach die Tiefe fehlt. Keine Sätze, über die man mal nachdenken muss oder die man aufgrund ihres Umfanges zweimal lesen muss. Man bekommt kurze Sätze vorgesetzt und zack, das war's. Also, für Leser wie mich, die doch schon einiges gelesen haben, ist der Schreibstil zu einfach und langweilig. Was uns auch direkt zur Story selbst bringt, denn Spannung war meiner Meinung nach gar nicht vertreten. Man vermutet, dass es sich bei diesem Buch um einen Abenteuerroman handelt. Die Geschichte ist auch so aufgemacht. Nur leider kamen bei den ganzen Abenteuer, die die Charaktere erlebt habe, keine Spannung auf. Für mich war es eher eine Aufzählung von Erlebnissen - mehr nicht. Meiner Meinung nach versuchen die Autoren auf den ca. 300 Seiten so viele Bücher der Weltliteratur mit so viel Abenteuer wie möglich unterzubringen. Nur leider hat darunter auch beides gelitten. Man erfährt kaum etwas über die alten Klassiker (es werden nur die Hauptcharaktere und ein, zwei Eckdaten erwähnt) und die Abenteuer wiederholen sich meiner Meinung nach auch immer wieder. Denn das einzige was in der Geschichte passiert, ist, dass die Charaktere auf der Suche nach Tante Lynn immer wieder von Schattenkrieger verfolgt werden, die sie versuchen zu töten. Wobei wir nun bei meinem absolut größten Minuspunkt des Buches sind: die Gewalt bzw. Brutalität. Ich habe jetzt nicht wirklich mitgezählt, aber ich würde behaupten, dass auf den 300 Seiten des Buch mindestens 20 Menschen getötet wurden. Meistens wurde auch erklärt wie. Kann mir mal einer erklären, was das in einem Jugendbuch zu suchen hat?? Ich als erwachsener Leser war regelrecht geschockt, solche Szenen in einem Buch, das Kinder ab 13 Jahren empfohlen wird, zu lesen. Ich würde dieses Buch frühestens ab 16 Jahren freigeben, wobei dann der Schreibstil wohl wieder zu kindlich ist. Also alles in allem, bin ich der Meinung, dass hier das Konzept der Autoren überhaupt nicht aufgegangen ist. Entweder schreibe ich ein Kinder- und Jugendbuch oder einen Fantasy-Thriller, in dem Horror auch noch vertreten ist. Für eines müsste man sich schon entscheiden, denn beides zusammen geht definitiv in die Hose.

Fazit: Die Grundidee ist gar nicht verkehrt. Aber die Umsetzung ist meiner Meinung nach einfach schlecht.

Bewertung:
 
(3 von 5 Sterne) 

Kommentare:

  1. Dafür sind 3 Sterne ja noch viel, für mich hört sich das eher nach weniger an. Schade eigentlich, weil die Idee an sich mir sehr gut gefällt. Aber wenn es so schlecht umgesetzt ist, dann will ich es nicht unbedingt lesen. Danke für die ehrliche Rezi!

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    1. Nachdem ich die Rezi veröffentlicht hatte, habe ich auch überlegt, ob ich nicht doch eher 2 Sterne geben sollte. Aber abändern wollte ich sie jetzt auch nicht, daher habe ich es gelassen. Zu Beginn war das Buch ja auch ganz okay. Da hat man noch gemerkt, dass die Autoren sich noch Mühe geben. Zum Schluss hin wurde das Buch dann immer schlechter. So nach dem Motto: "Wir haben keine Lust mehr zu schreiben. Aber das Buch muss ja fertig werden." Also, ich kann dir das Buch definitiv nicht empfehlen.

      LG
      Kristin

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